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· 3 Min. Lesezeit · Anna Fernandes Lucas

Fühlst du dich außer Kontrolle? Leben mit der Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS)

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung ist kein Charakterfehler, sondern eine Störung der Emotionsregulation mit Wurzeln in frühen Verletzungen, und mit der richtigen Unterstützung sind Heilung und ein stabileres Selbstgefühl wirklich möglich.

Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist kein Charakterfehler, sondern eine Störung der Emotionsregulation. Menschen mit BPS erleben oft intensive Gefühle, instabile Beziehungen und ein brüchiges Identitätsgefühl. Im Kern steht jedoch meist eine Angst: „Wenn sie mich wirklich kennen, gehen sie.“

Im Alltag kann das bedeuten, dass du zwischen Idealisierung und Abwertung der Menschen um dich herum schwankst und stark auf Zurückweisung reagierst, selbst wenn sie nur eingebildet ist. Vielleicht fühlst du dich chronisch leer oder unsicher, wer du bist, und zeigst zuweilen impulsives Verhalten, nur um überhaupt etwas zu spüren oder um den Schmerz zu beenden.

BPS entsteht nicht aus dem Nichts. In der Therapie führen wir sie häufig auf frühe emotionale Verletzungen zurück. Sie kann aus Vernachlässigung oder Missbrauch in der Kindheit erwachsen, wo du erraten musstest, was andere von dir brauchten, und deine eigenen Gefühle keine Rolle zu spielen schienen. Sie kann aus instabiler Fürsorge entstehen, bei der dich jemand bemerkte, wenn du weintest, du aber zu verschwinden schienst, wenn du still warst. Und sie kann auf frühe Zurückweisung oder Verrat folgen, nach denen du gelernt hast, Menschen nah bei dir zu halten, selbst wenn es wehtat.

Mit BPS zu leben bedeutet oft, sich wie eine Last zu fühlen und zugleich Angst davor zu haben, allein zu sein, und Stimmungsschwankungen auszuhalten, die scheinbar aus dem Nichts kommen. Es kann tiefe Schuld oder Scham nach Streit oder emotionalen Ausbrüchen mit sich bringen und einen starken Wunsch nach Nähe, dem rasch Angst und Rückzug folgen.

Nach außen wirkst du vielleicht „gut funktionierend“, doch innerlich versuchst du ständig, nicht zu zerbrechen.

Als Psychologin habe ich erlebt, dass Menschen mit BPS nicht repariert werden müssen. Sie brauchen Bestätigung, Stabilität und einen Raum zum Heilen. Mit Schematherapie, EMDR und integrativer Traumaarbeit können wir deine emotionalen Auslöser verstehen, die Erinnerungen verarbeiten, die deine Grundüberzeugungen geprägt haben, Werkzeuge zur Emotionsregulation entwickeln und dein Selbstgefühl von innen heraus wieder aufbauen.

Stell dir vor, deine Gefühle würden Sinn ergeben, du könntest deinen Beziehungen vertrauen und dir selbst vertrauen, und du müsstest nicht länger im emotionalen Überlebensmodus leben. BPS definiert dich nicht. Du bist nicht „zu viel“, du bist ein zutiefst fühlender Mensch, der gelernt hat zu überleben, und Heilung ist möglich.

Anna Fernandes Lucas

Fachlich geprüft

Anna Fernandes Lucas

Gründerin & klinische Leitung · Psychotherapeutin (HeilprG)

Alle klinischen Inhalte dieser Website werden von Anna Fernandes Lucas, Gründerin der International Psychology Clinic in München, fachlich verantwortet.

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