· 4 Min. Lesezeit · Anna Fernandes Lucas
Warum Expat-Einsamkeit in München anders ist
Einsamkeit in einer fremden Stadt bedeutet nicht nur, weniger Freunde zu haben. Es geht darum, welche Version von Ihnen die Sprache und die Kultur zulassen.
Viele der Expats, mit denen ich in München arbeite, sind nicht einsam im offensichtlichen Sinn. Sie haben Kolleginnen und Kollegen, eine Partnerin oder einen Partner, einige Freundinnen und Freunde, ein aktives Leben. Und doch beschreiben sie eine besondere Art von Einsamkeit, die Menschen in der Heimat schwer zu erklären ist.
Ein Teil des Grundes ist, dass Einsamkeit in einer fremden Stadt nicht nur eine Frage der Menge an Verbindungen ist. Es geht darum, welche Version von Ihnen die neue Sprache und Kultur ausdrücken lässt. Humor, Wärme, Ironie, intellektuelle Bandbreite – all das ist teilweise kulturell. In einer zweiten oder dritten Sprache zu leben heißt, Tag für Tag als eine etwas kleinere Version von sich selbst zu leben.
Das in der Therapie zu benennen, ist oft eine Erleichterung. Es ist kein Versagen bei der Integration. Es ist ein strukturelles Merkmal des Expat-Lebens, und es gibt Wege, es zu mildern.

Fachlich geprüft
Anna Fernandes Lucas
Gründerin & klinische Leitung · Psychotherapeutin (HeilprG)
Alle klinischen Inhalte dieser Website werden von Anna Fernandes Lucas, Gründerin der International Psychology Clinic in München, fachlich verantwortet.
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